Gebete aus dem Koran: Hiob

„Und (erwähne) Hiob (mit denen, die Wir zu Gebietern machten); er rief seinen Herrn an, indem er sagte: “Wahrlich, Unheil hat mich heimgesucht (sodass ich Dich nicht mehr so anbeten kann, wie ich sollte); und Du bist der Barmherzigste unter den Barmherzigen.“” (21:83)

Hiob betete mit diesen Worten zu Gott. Er ist ein Prophet, der für seine Geduld bekannt ist. Ein Prophet, der uns gezeigt hat, dass die Geduld zum Verdienst führt. Die Geduld, die er für das Wohlgefallen Gottes bewahrte, verschaffte ihm Freude nach seiner Trauer. Er klagte nicht über das, was ihm zugestoßen war, sondern darüber, aufgrund dessen er von seinem Gottesdienst verhindert wurde. Somit  klagte er nicht über Gott, sondern er beklagte sich über seine Situation bei Gott. Sowie alle Propheten, hatte auch Hiob kein einfaches Leben. Er wurde sowohl mit seiner Gesundheit, als auch mit dem Leben seiner Kinder bzw. Familie und dem Verlust seines ganzen Hab und Guts auf die Probe gestellt.

Hiob war ein wohlhabender Vater von mehreren Kindern. Wie alles Vergängliche am Leben hat auch er die Erfahrung in seinem Leben gemacht, dass nichts ewig bleibt. Weder die Gesundheit, noch die Geliebten…

Hiob machte diese Erfahrung zunächst mit seinen Tieren und Feldern. Seine Tiere starben nacheinander und seine Felder wurden verwüstet, sodass er nichts mehr anbauen konnte.

Daraufhin starben seine Kinder und er bekam eine schwere Krankheit, die sein Leben sehr stark beeinträchtigte. Auch musste er sich wegen seiner Krankheit von seinem sozialen Umfeld distanzieren. Diese Krankheit schränkte ihn so sehr ein, dass er auf Grund dessen seine Gottesdienste nicht mehr vollziehen konnte.

Erst dann sah er es für notwendig, sich bei Gott zu beklagen. Denn er wusste, dass alles was er besitzt, sein Vermögen, seine Kinder, alles Gottes Gaben sind.

Sie kommen von Gott und werden zu Gott zurückkehren. („Jene die, wenn sie ein Unglück trifft, sagen: „Wahrlich, Gott gehören wir, und wahrlich, zu Ihm kehren wir zurück“ (2:156))

Das worauf Hiob wachen kann, ist nur sein Gottesdienst. So betete er folgendermaßen:

„Wahrlich, Unheil hat mich heimgesucht (sodass ich Dich nicht mehr so anbeten kann, wie ich sollte); und Du bist der Barmherzigste unter den Barmherzigen.“

Nach diesen aufrichtigen Worten, wurde Hiobs Gebet angenommen und daraufhin wurde er von seinem Leid befreit. Sein Vertrauen zu Gott brachte ihm nicht nur seine Gesundheit zurück, sondern Gott ermöglichte ihm auch, weitere Kinder zu bekommen. („Wir erhörten sein Gebet und nahmen jegliche Heimsuchungen, unter denen er gelitten hatte, von ihm fort: und Wir gaben ihm seine Angehörigen zurück und noch einmal so viele dazu als Barmherzigkeit von Uns und als Ermahnung für jene, die Uns hingebungsvoll dienen.“ (21:84))

So können auch wir dieses Gebet in ähnlichen Situationen sprechen und uns wie Hiob an Gott wenden.

رَبِّي أَنِّي مَسَّنِيَ الضُّرُّ وَأَنتَ أَرْحَمُ الرَّاحِمِينَ

„Wahrlich, Unheil hat mich heimgesucht (sodass ich Dich nicht mehr so anbeten kann, wie ich sollte); und Du bist der Barmherzigste unter den Barmherzigen.“ (21:83)