Mi’rādj Nacht

Mi’rādj Nacht

Mi’rādj Nacht…

Mekka… 1,5 Jahre vor der Hidjra… Kurz nach dem Jahr der Trauer… Dem Jahr, in dem der Prophet Muhammed (ﷺ – Frieden und Segen seien mit Ihm) zwei seiner größten und engsten UnterstützerInnen verlor. Auf der einen Seite verstarb sein geschätzter Onkel Abu Talib, der ihm immer bei Seite stand und ihn vor den Angriffen der Mekkaner schützte, und auf der anderen Seite verlor er seine geliebte Frau Khadīdje, die ihn stets mit Trost, Kraft und Unterstützung bestärkte. Er () schien nun ganz auf sich gestellt zu sein… Während er in dieser schwersten Zeit nach Lösungen suchte, widmete er sich – insbesondere nachts – in Gänze an Gott…

Und in der Nacht des 27. Radjab wurde dem Propheten noch einmal gezeigt, dass er eben nicht allein ist. Das, was in dieser Nacht geschah, war ein Geschenk, ein Trost, ein Segen Gottes, die nicht nur ihm galt, sondern allen Menschen und Gläubigen.

In dieser Nacht kam der Engel Gabriel zum Propheten Muhammed () und beide traten eine Reise an, die von Mekka über Jerusalem (genannt Isrāʾ) durch die himmlischen Sphären des Seins zum Barmherzigen Einen (genannt Mi’rādj) führte. Im Koran wird mit folgendem Vers auf dieses Ereignis hingewiesen:

 Gepriesen sei Er, der Seinen Diener des Nachts von der Heiligen Moschee zur Fernen Moschee reisen ließ, deren Umgebung Wir gesegnet haben, damit Wir ihm einige von Unseren Zeichen (der Wahrheiten bezüglich Unserer Göttlichkeit und Herrschaft) zeigen. Er ist wahrlich der Hörende, der Sehende.(Isrāʾ 17:1)

Während er () auf dieser Reise Propheten wie Abraham, Moses und Jesus (Frieden und Segen seien mit Ihnen) traf, war der Höhepunkt zweifellos die Begegnung mit dem Barmherzigen Einen, was die Quelle des größten Trosts und einer unerschöpflichen Kraft und eine stärkende Unterstützung bedeutete. Was mich besonders beeindruckt und in mir eine große Bewunderung erweckt, ist unter anderem folgendes: Dem Propheten wird die Möglichkeit gegeben, an diesem sorglosen, erfüllenden, für uns unvorstellbar schönen Ort zu bleiben, und die Welt, die voller Schmerzen ist – er hatte einen dreijährigen Boykott und Diskriminierung erlebt, zwei geliebte Menschen verloren, unter unzähligen Demütigungen gelitten – , hinter sich zu lassen. Doch er beschloss, zu seinen Mitmenschen zurückzukehren. Denn er wollte diese Schönheiten und Erkenntnisse nicht für sich behalten, sondern sie mit seinen Mitmenschen teilen.

So kehrte er mit besonderen Geschenken zurück, eines davon das tägliche Hauptgebet. Das Hauptgebet – so heißt es in einem prophetischen Ausspruch – ist der Mi’rādj des Gläubigen. Es ist eine persönliche geistige Reise des Menschen zu Gott.

Dies und all die Geschehnisse machen diese Nacht so bedeutsam. Der eigentliche Segen in dieser Nacht liegt darin, sich dessen bewusst zu werden, über die Gaben Gottes zu reflektieren und sich dem Gebet zu widmen. 

Genauso wie der Prophet () einer schwierigen Prüfung und Not unterlag und Gott ihm einen Ausweg zeigte, bete ich dafür, dass auch wir Menschen in dieser schwierigen Zeit – geplagt von Krankheit, Krieg und Leid – ein freudiges Morgen erleben.